Unglücklich im Job – Wie du deine Unzufriedenheit als Wegweiser nutzt

Vielleicht kennst du das.

Du hast einen guten Angestellten-Job, möglicherweise als Projektmanagerin oder im Vertrieb. Du hast einige Jahre gebraucht, um da anzukommen und hast es dir Stück für Stück erarbeitet. Du bist geschätzt und trotzdem ertappst du dich in Meetings immer wieder dabei, dass du dich fragst, was du mit deiner Arbeit eigentlich bewirkst und ob du hier noch richtig bist.

Auf dem Weg zur Arbeit schweifst du gedanklich ab, zum eigenen Projekt, beispielsweise dem eigenen Café oder kreativen Hub. Etwas, das sich vielleicht weit weg, aber ganz nach dir anfühlt.

Wenn du dich hier wiedererkennst, bist du richtig. Viele Frauen, die beruflich unglücklich sind, fragen sich zuerst, ob mit ihnen etwas nicht stimmt. Das tut es nicht.

Möglicherweise trifft auch eine der folgenden Aussagen auf dich zu:

Bist du ungluecklich im Job?

So wirkt sich deine Situation aus

Zu Beginn macht sich deine Unzufriedenheit in deinem Kopf bemerkbar – deine Gedanken kreisen. Und sie nehmen dir Energie. Wie eine Wohnung, deren Lichter dauerhaft angeknipst sind. Diese Energie fehlt dir.

Dein Umfeld bemerkt es vielleicht auch. Vielleicht ist dein Partner schon genervt, wenn du ständig mit dem gleichen, ungelösten Thema wiederkommst. Aber nur darüber nachdenken hält dich im Kreis.

Im schlechtesten Fall spürst du irgendwann körperliche Symptome. Das sind typische Anzeichen von Unzufriedenheit im Job – und sie sind ein Signal, das du ernst nehmen darfst.

Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht hier sind, um zu funktionieren, sondern um zu gestalten, egal ob im direkten Umfeld oder weit darüber hinaus.

Unzufriedenheit als Signal

Wie wäre es, wenn du deine Unzufriedenheit als ein Zeichen siehst? Ganz neutral betrachtet, auch wenn es sich vermutlich unangenehm oder falsch anfühlt. Du darfst dieses Gefühl nutzen, um dich leiten zu lassen.

Wie meine ich das?

Wenn du dich energiegeladen fühlst, voll in deinem Element, wie auf einer richtig guten Party, dann bist du am richtigen Ort.

Wenn dein Gefühl jedoch gerade eher ist, dass du dich energielos fühlst oder feststeckst, dann ist das genauso ein Zeichen. Nämlich das Zeichen, dass du gerade nicht (mehr) am richtigen Platz bist. Du darfst deine aktuelle Unzufriedenheit als Anstupser sehen, deine Segel anders zu setzen.

Deine Unzufriedenheit zeigt dir nicht, dass etwas falsch läuft. Sie zeigt dir, dass mehr möglich ist. Das ist ein Unterschied – besonders dann, wenn der Job keinen Sinn mehr macht und du dich fragst, wie es weitergehen soll.

Lass uns mal einen Blick darauf werfen, was genau dein Thema ist. Dafür schauen wir uns die Kriterien an, die deine berufliche Zufriedenheit beeinflussen – und du bewertest, wo bei dir der Schuh drückt.

1. Unzufriedenheit konkret benennen

Bewerte deine aktuelle Situation auf einer Skala von 1 (passt wunderbar) bis 6 (passt überhaupt nicht):

  1. Weiterentwicklungsmöglichkeiten
  2. Aufgaben (liegen mir und machen mir Freude)
  3. Wirksamkeit: Meine Arbeit bewirkt etwas. Das, was ich tue, hat einen Sinn.
  4. Gestaltungsspielraum / selbstbestimmtes Arbeiten
  5. Arbeitskultur und Umfeld
  6. Arbeitsumfang

Diese Kriterien sind Hinweise, um deine Situation konkreter benennen zu können. Wenn du weißt, wo deine Stellschrauben sind, kannst du etwas ändern.

Lass uns deine Bewertung zusammenfassen. Welches Hauptthema erkennst du bei dir?

  1. Sinn und Wirkung fehlen
  2. Ich kann mich und mein Potenzial nicht ausdrücken
  3. Ich funktioniere statt lebendig zu gestalten
  4. Ausgelaugt durch zu viele To-dos
  5. Mein Umfeld passt nicht (mehr) zu mir
  6. Sonstiges…

2. Lösungsansatz - Unzufrieden im Job, was tun?

Welche der Kriterien, die du weniger gut bewertet hast, kannst du grundsätzlich ändern? … auch wenn du gerade stöhnst und denkst, dass es schwer ist und dass du dafür deine Sicherheit aufgeben müsstest und dass es ja Zeit braucht….

Ist es das Umfeld, das sich möglicherweise durch eine Umstrukturierung verändert hat und das nicht mehr passt? Oder sind es die Aufgaben, die dir Energie rauben? Nicht, weil du es nicht kannst, sondern weil sie nicht dir entsprechen. Das kannst du ändern, Stück für Stück.

Vielleicht hast du wundervolle Aufgaben und wirst geschätzt. Dann darfst du wissen, dass du nicht falsch bist mit deinen Gedanken und mit deiner leisen Unzufriedenheit. Nach einigen Jahren in der gleichen Position kommt oft der Wunsch nach Weiterentwicklung. Und mit Erfolg und zunehmender Berufserfahrung wächst der Wunsch, sich selbst ausdrücken zu können.

Dafür darfst du herausfinden, was dir überhaupt Sinn gibt und womit du Wirkung erzielen möchtest. Aus Erfahrung kann ich dir sagen: Du musst nicht zwingend bei einer Hilfsorganisation arbeiten, um etwas Sinnvolles zu bewirken. Wichtig ist, dass deine Arbeit, oder ein wesentlicher Teil deiner Zeit, mit dir zu tun hat, mit Themen, die DIR wichtig sind. Und nicht alles muss in deinen Vollzeitjob passen.

Was kannst du kurzfristig ändern?

Was dir kurzfristig helfen kann: deinen Fokus verschieben – auf das, was schon richtig gut ist. Statt auf das, was nicht mehr passt. Investiere deine Energie nicht in „Was gefällt mir nicht", das zieht dich runter. Investiere sie in: Was will ich?

Du musst dazu kein Dankbarkeits-Tagebuch anlegen. Es reicht, wenn du dir einen Moment bewusst machst, was gut ist. Vor lauter Fokus auf das, was fehlt, sehen wir das tolle Büro nicht mehr; den wertvollen Austausch mit Kollegen; das Gehalt, das jeden Monat überwiesen wird; die Kurse, die man bezahlt bekommt und vieles mehr. Ziel dieser Übung ist, dass es dich in einen anderen Gemütszustand bringt, um deinem Gehirn den Raum zu geben, Lösungen zu finden, statt im Problem steckenzubleiben.

Welchen ersten kleinen Schritt kannst du sofort gehen?

Wenn dir noch nicht so klar ist, wie du mehr Sinn in dein Leben bringst, ohne dafür alle Zelte abzureißen, kann der erste Schritt Klarheit sein und Antworten auf die Fragen: Wer bin ich, was kann ich und was will ich? Vermutlich geht es dir mehr darum, beruflich auf der richtigen Spur zu sein als einfach nur im nächsten Job zu landen. Dann lohnt es sich, die Zeit dafür aufzubringen.

Welcher Mini-Schritt fällt dir ein, den du diese Woche umsetzen könntest?

Oft ist der erste Gedanke die Stellensuche. Damit würde ich erst dann starten, wenn du deine Kriterien ganz klar hast und sicher bist, dass ein anderer Job oder derselbe Job in einer anderen Firma die Lösung ist. Meist suchen wir mit dem uns bekannten Blick und wundern uns dann, weshalb wir einige Monate später wieder in derselben Lage sind.

Du fühlst dich blockiert?

Was hat dich bisher aufgehalten, etwas zu ändern?

  • Orientierungslosigkeit: Ich habe keine Richtung, weiß nicht, was mich wirklich erfüllt oder wie ich das umsetzen könnte
  • Nicht genug Energie oder andere Ressourcen wie Zeit, Geld...
  • Angst vor … , z.B. die Sicherheit aufzugeben

Wenn Orientierungslosigkeit dein Thema ist: Notiere alle deine Ideen und Gedanken – ohne zu filtern, was realistisch ist. Starte bei dem, was du willst, wenn alles möglich wäre. Im Idealfall holst du dir jemanden, mit dem du deine Gedanken sortieren und nächste Schritte erarbeiten kannst.

Zu wenig Energie? Frag dich: Ist diese Blockade wirklich wahr oder rede ich sie mir ein? Manchmal gibt es echte Einschränkungen. Aber oft ist es das Gehirn, das Veränderungen scheut – nicht weil sie schlecht für dich wären, sondern weil es Sicherheit liebt. Blicke daher mal kritisch auf das, was dich einschränkt. Ist es vielleicht möglich, dir die Zeit einzurichten, die Energie einzusparen, indem du deinen Fokus auf das lenkst, was schon gut ist?

Angst davor, z.B. die Sicherheit aufzugeben? Du musst keinen Riesenschritt machen. Ein Babystep ist völlig in Ordnung. Wie könntest du dich mal ausprobieren, testen? Dein Wunsch nach dem eigenen Café kann ein Ausdruck dafür sein, dass du dir etwas Eigenes wünschst, einen Platz, an dem du dich mit deiner Individualität ausdrücken kannst. Vielleicht ist das in einer kleinen Form möglich, bevor du gleich ein Lokal mietest.

Warte nicht auf „wenn, dann…". Du wirst vermutlich noch mehr Zeit und Energie verlieren – und die Gedanken, die immer wieder ums gleiche Thema kreisen, kosten dich jeden Tag Kraft. Triff eine Entscheidung. Und dann geh los, egal wie klein der erste Schritt ist. Und erlaube dir, deine Entscheidungen anzupassen. Im Tun und Umsetzen merkst du wirklich, was passt und womit du dich lebendig fühlst.

Deine Segel dürfen sich ändern

Deine Unzufriedenheit ist kein Zeichen, dass etwas mit dir nicht stimmt. Sie ist ein Zeichen, dass du weißt, dass mehr möglich ist. Du hast das gespürt, bevor du diesen Artikel gelesen hast – und jetzt hast du vielleicht ein bisschen mehr Klarheit darüber, wo deine Stellschrauben liegen.

Der nächste Schritt muss nicht groß sein.

Wenn du spürst, dass du mehr Klarheit über deine Richtung möchtest, begleitet dich mein Workbook „In drei Schritten zu beruflicher Klarheit" dabei.

Silke Fernández - Berufungscoach und Diplom-Betriebswirtin (FH)

Ich unterstütze Frauen mit Berufserfahrung dabei, Klarheit über sich selbst zu gewinnen und bewusst zu entscheiden, wie es beruflich weitergehen soll. 

Hi, ich bin Silke Fernández. Berufungscoach und Diplom-Betriebswirtin (FH)

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Ich unterstütze Frauen mit Berufserfahrung dabei, Klarheit über sich selbst zu gewinnen und bewusst zu entscheiden, wie es beruflich weitergehen soll. Und das, ganz ohne das Leben dafür komplett umzukrempeln.

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