Du wünschst dir Sicherheit und Erfüllung? Dann musst du dich nicht entscheiden. Du kannst deine Berufung neben dem Job leben.
Wie das aussieht, zeigt Peggy. Seit 30 Jahren arbeitet sie beim Finanzamt. Daneben ist sie seit fast vier Jahren selbstständig: Als Lerncoachin begleitet sie mit KompassKids Kinder und ihre Eltern, weit über Lernmethoden hinaus.
Mit meinen Interviews möchte ich dich inspirieren, deiner Berufung auf die Spur zu kommen, damit sich dein Leben sinnvoll anfühlt. Wie unterschiedlich dieser Weg aussehen kann, zeigen meine Gespräche.
Peggys Weg: 30 Jahre Finanzamt und ein Herzensbusiness
Peggy wuchs in der DDR auf, wo es nicht so viele Berufsmöglichkeiten gab. Als sie mit 19 das Abitur in der Tasche hatte, wusste sie überhaupt nicht, was sie werden wollte. Auf einer Messe entdeckte sie damals einen Stand vom Finanzamt und informierte sich. Sie war gut in Mathe und das Finanzamt hatte was mit Zahlen zu tun, also entschied sie sich dafür.
Was sie zum Aufbruch bewegte und wie Peggy ihr Thema fand
Peggys Weg zum Lerncoaching begann mit ihren eigenen Herausforderungen. In der Schule fiel ihr alles leicht. Im Studium klappte es plötzlich nicht mehr, und sie verstand nicht, warum. Heute sagt sie: Es war vermutlich nicht ihr Ding. Damals hätte sie sich jemanden gewünscht, der ihr sagt: „Das ist nicht deins, hör auf, wir finden was anderes.“ Sie schaffte das Studium trotzdem.
Dann kam das Thema Lernen noch einmal in ihr Leben, diesmal durch ihre Kinder. Ihr Sohn bekam in der 8. Klasse plötzlich Probleme in der Schule, und für ihre Tochter war es in der Corona-Zeit herausfordernd. Peggy dachte: "Das muss doch einfacher gehen."
2021 bekam sie nach 25 Jahren beim Finanzamt die Urkunde zum Dienstjubiläum und dachte: „Das soll alles sein?" Der Job war in Ordnung, aber ihr Herz hing nicht daran. Peggy ging zur Berufsberatung, googelte viel und suchte weiter, bis sie die Ausbildung zur Lerncoachin fand.
Eigentlich wollte sie damit nur ihrer Tochter helfen. Doch schon nach einem Monat war ihr klar: Das müssen auch andere Kinder und ihre Familien erfahren. Direkt nach der Ausbildung fing sie an, anderen mit ihren Lernthemen zu helfen.
Warum Sicherheit nicht ausbremsen muss
Für Peggy war das Finanzamt ein sicherer Job, in dem sie ihr Geld verdiente, mehr nicht. Diese Sicherheit hielt sie lange. Sicherheit brauche jeder Mensch, sagt sie, besonders wenn man Verantwortung für eine Familie trägt. Wer nicht weiß, worauf er sich einlässt, springe nicht gern ins kalte Wasser. Dennoch, Peggy ist überzeugt: „Man sollte sich von der Sicherheit auch nicht ausbremsen lassen."
Heute sagt Peggy, sie hätte „definitiv viel früher anfangen können". Vielleicht musste sie aber erst wachsen und sicher sein, erzählt sie. Ihre Kinder mussten größer werden, damit sie sich die Zeit nehmen konnte. Mit kleinen Kindern seien zwei Jobs schwierig. Ihr Herzensbusiness möchte sie heute nicht mehr missen.
Was das Herzensbusiness mit ihr macht, ehrlich erzählt
Peggys zusätzliche Arbeit neben ihrem Hauptjob gibt ihr Energie. Im Interview beschreibt sie, wie sie einmal mit Kopfschmerzen in eine Coachingstunde ging und sich danach gut fühlte, weil ihr die Arbeit mit den Kindern so viel zurückgibt. Sie sagt aber auch, dass es Ausdauer und Struktur braucht, dass sie sich sonntags einen Wochenplan macht und dass weniger Freizeit bleibt.
Peggys Einstellung zu Scheitern: Scheitern gehört zum Leben dazu und „Fehler sind Helfer“.
Wo fängt man an?
Peggy empfiehlt, sich in einer stillen Minute zwei Fragen zu stellen: Was bringt mich zum Strahlen? Was habe ich selbst erlebt, womit ich anderen helfen könnte?
Auch die eigenen Stärken zu erkennen, hilft dabei. Früher war Peggy schüchtern. Heute weiß sie, dass Zuhören und Zurücknehmen echte Stärken sind. Sie rät, ein Stärken-Tagebuch zu führen: Schreib jeden Abend auf, was gelungen ist und welche Stärke dir geholfen hat. Frag auch andere, was sie an dir schätzen.
Wie findest du etwas, das sich sinnvoll anfühlt?
Wenn du gerade an einem Punkt bist, wo du wie Peggy denkst: „Das soll alles sein?“, aber nicht weißt, was dein Thema sein könnte und wie du beruflich mehr in dein Element kommst, dann starte mit meinem Wegfinder. Er enthält Fragen, die mir selbst geholfen haben, und einen Fahrplan von der Vision zu deinem nächsten Schritt.


